Zentrum für Entspannungspädagogik
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Wie Sportstacking das Gehirn trainiert

Sportstacking macht nicht nur jede Menge Spaß. Durch das konzentrierte, schnelle und abwechselnde Arbeiten mit linker und rechter Hand werden vielfältige Fähigkeiten trainiert:
  • Aktivierung und Vernetzung beider Gehirnhälften
  • Auge-Hand-Koordination
  • Reaktionszeit
  • Konzentration
  • Stresskontrolle
  • Geduld, Frustrationstoleranz
  • Teamfähigkeit (bei Partner-Übungen)
Dies wurde bereits durch zwei amerikanisch-kanadische Universitäts-Studien belegt. Neue Untersuchungen bestätigen regelmäßigen Stackern auch verbesserte Leistungen in anderen Sportarten wie Tischtennis und Basketball sowie im schulischen Bereich in Mathematik. Zurzeit wird Sportstacking als Training bei Lese-Rechtschreibschwäche getestet.

Bewegen und lernen gehören zusammen – aber wie?

Für uns ist es selbstverständlich, dass Kleinkinder ihre Umwelt rollend, robbend, krabbelnd, später hüpfend, radelnd oder tanzend erfahren und mit und durch Bewegung lernen. Denn in jeder neuen Bewegungsphase werden neue Hirnverschaltungen hergestellt und je mehr Bewegungs-Erfahrungen und Eindrücke der Mensch sammelt, desto mehr Verknüpfungen entstehen, was wiederum zu komplizierteren Gedanken- verbindungen befähigt. Lernen und Bewegung sind also miteinander eng verknüpft, was umso deutlicher wird, schaut man sich unser Gehirn etwas genauer an. Es ist aufgeteilt in rechte und linke Gehirnhälfte, wobei jede Hälfte auf bestimmte Prozesse spezialisiert ist:


Es besteht eine Überkreuzschaltung, denn die linke Gehirnseite steuert die rechte Körperhälfte und umgekehrt. Fast alle Nerven überkreuzen sich im Gehirn über das so genannte „corpos callosum“, einem dicken Strang aus gebündelten Nervenfasern, der die Verbindung zwischen den beiden Hirnhälften darstellt.

Wir lernen und arbeiten am Besten, wenn wir einen guten Zugang zu beiden Gehirnhälften haben und Informationen ausgetauscht werden können. Während sich nun Kleinkinder intuitiv viel bewegen und mit dem ganzen Körper und somit dem ganzheitlich stimulierten Gehirn lernen, nimmt der Anteil an Bewegung mit zunehmendem Alter leider ab. Mit dem Heranwachsen geht meist zunehmend die ursprüngliche Fähigkeit verloren, das Potenzial beider Hirnhälften gleichermaßen zu nutzen und „integriert“ zu lernen.

Es prägt sich spätestens ab dem Schuleintritt bei jedem Menschen eine Präferenz für die linke oder rechte Gehirnseite, Hand, Fuß etc aus. Besonders in Stresssituationen nutzen wir dann meist verstärkt die dominante Seite - oft ist das die analytische linke, und die zur Entwicklung von ganzheitlichen Lösungen so wichtige rechte Gehirnhälfte ist blockiert, „abgeschaltet“, wie die Kinesiologen sagen.

Überkreuzbewegungen

Man weiß heute, dass so genannte Überkreuzbewegungen positive Auswirkungen auf die Integration der Hirnhälften und vernetztes Denken und somit auf Lernverhalten und Konzentration haben. Das vielfach schon bekannte kinesiologische Bewegungs-Programm BRAIN GYM von Paul Dennison nutzt diesen Effekt bei seinen Übungen, die heute zunehmend öfter in Schulklassen praktiziert werden.

Sportstacking aktiviert durch das abwechselnde Arbeiten mit linker und rechter Hand und dem Überkreuzen der Gesichts- und Körpermitte ebenso beide Gehirnhälften. Es werden neue Verknüpfungen gebildet, neue „Nervenstraßen“ gebaut. Diese können hilfreich sein beim Erlernen anderer Inhalte oder Fertigkeiten, wie dem Spielen eines Instruments, Lesen, Schreiben oder beim Sport.

Das Faszinierende an Sportstacking ist, dass man diesen Effekt mit etwas erreichen kann, das großen Spaß macht.

Was hat Sportstacking mit Entspannung zu tun ?

Mit anderen um die Wette oder gegen die Uhr zu stapeln, bedeutet zunächst einmal Stress. Wer nervös, zu ehrgeizig oder unkonzentriert stapelt, bei dem häufen sich Fehler und purzeln die Becher. Die Zeiten werden oftmals erstmal schlechter als beim Üben ohne Uhr oder für sich allein. Wut oder Frust spiegeln sich sofort in den Zeiten wieder – man spürt sofort: Ich bin verkrampft, blockiert oder zu angespannt. Ohne große Erklärungen erlernen Kinder selbst dabei: Nur wenn sie ruhig und konzentriert stapeln, bei „sich selbst“ bleiben und den Stress kontrollieren, werden sie besser und schneller. Mit zunehmender Übung lernen sie, auch unter Stress locker und konzentriert zu stapeln, anstatt in alte, hektische Muster zurückzufallen. Dieser Lern- Prozess geht in vielen kleinen Schritten schnell voran. Da die Übungsfolgen jeweils sehr kurz sind (nur wenige Sekunden), ergeben sich viele neue Chancen, es immer wieder neu zu versuchen. Geduld und Frustrationstoleranz werden trainiert, ohne überstrapaziert zu werden, der Spaß ist die beste Motivation.

Wer kann besonders von Sportstacking profitieren ?

Gerade Kinder mit leichtem A - D - (H) - S - Syndrom, Konzentrationsschwierigkeiten oder hoher Stressempfindlichkeit, bei Störungen in der Motorik oder Koordinations- problemen und Kindern, denen es schwer fällt, sich längere Zeit gezielt mit einer Sache zu beschäftigen, können von diesem sehr spielerischen Lernprozess profitieren. Sportstacking macht soviel Spaß und hat einen so hohen Aufforderungscharakter, dass die Kinder hierbei ohne Druck und selbst motiviert ein effizientes Training zur Selbststeuerung und Stresskontrolle absolvieren, von dem sie auch in anderen Situationen wie Wettkämpfen, Prüfungssituationen oder Klassenarbeiten profitieren können.

Und Erwachsene ?

Es ist klar, dass von diesem Effekt auch Erwachsene jeden Alters profitieren können – ein Runde Sportstacking macht den Kopf klar, öffnet neue Kanäle zu Kreativität und Konzentration und macht Hirn und Körper locker und wach! Und der Spaßfaktor? Den erleben Erwachsene genau wie Kinder! Probieren Sie’s doch mal aus.

Fazit

Sportstacking bedeutet abwechslungsreiche Bewegung, die Kopf und Körper fit macht und jede Menge Spaß bringt.


Quellen:

www.speedstacks.de

Barbara Innecken: Kinesiologie - Kinder finden ihr Gleichgewicht, München 2000
Charmaine Liebertz: Das Schatzbuch ganzheitlichen Lernens, München 2005
Marianne Scholl: Spaß beim Lernen, Freiburg 1998
Prof.Dr. Franz Decker: Kinesiologie mit Kindern, Stuttgart 2005